Fliegen, Fallen und Stürzen (1998-2000)
Meine Motive des Fliegens, Fallens und Stürzens gehen weit über die rein physischen Handlungen hinaus und fungieren hier als Metapher für die menschliche Existenz und deren unvorhersehbare Dynamik. Sie stehen für die Fragilität menschlicher Lebensentwürfe, die sich stets im Spannungsfeld von Aufstiegswillen und der Akzeptanz der eigenen Endlichkeit bewegen.
Das Fliegen verkörpert den Moment der absoluten Potenzialentfaltung, in dem der Mensch versucht, die Schwere des Alltäglichen zu überwinden. In dieser Phase wird das Leben als ein Aufstieg begriffen. Das Fallen hingegen beschreibt den existenziellen Schwebezustand. Dieser Zustand ist jedoch ambivalent: Er kann als beängstigender Kontrollverlust oder als Moment der Losgelöstheit interpretiert werden.
Der Sturz schließlich fungiert als Metapher für die finale Konfrontation mit der Realität oder das radikale Scheitern eines Lebensentwurfs. Er ist die notwendige Konsequenz aus der Hybris des Fliegens und führt zur Erdung des Individuums.
Fliegen, Fallen und Stürzen stellen den menschlichen Lebenslauf als dynamischen Prozess zwischen Ambition und Endlichkeit dar. Diese Konzepte fungieren hier aber nicht als isolierte Ereignisse, sondern als ineinandergreifende Phasen der Identitätsbildung.
