Rahmen (2007-2008)


 




Der isolierte Rahmen steht bei mir als Metapher für das menschliche Bewusstsein, das stets nur Ausschnitte der Wirklichkeit erfasst und dabei das Wesentliche oft ausklammert oder unbesetzt lässt. Durch die bewusste Isolation wird der Rahmen zu einem Portal für die persönlichen Projektionen des Betrachters, wobei die Abwesenheit eines Objekts die unbewußte Sehnsucht nach Sinnstiftung thematisiert. 

Symbolisch steht der Rahmen auch für die Subjektivität des menschlichen Verstandes. Diese immaterielle Rahmung verdeutlicht, dass Erkenntnis immer durch unserer Vorurteile, Sprachen und Kulturen geformt wird. Der leere Rahmen verweist somit auf die Offenheit der Interpretationen, da er verdeutlicht, dass jede Form von Wahrheit stets auch von dem gewählten Fokus und unserer eigenen Perspektive abhängt. 

Der Rahmen ist daher ebenso Symbol für unsere Wahrnehmung, die bestimmt, was wir als relevant erkennen oder was als unbedeutend aus unserem Bewußtsein verschwindet. Schlussendlich steht der leere Rahmen für die Absenz des Eindeutigen, da er zwar eine Form vorgibt, den Kern jedoch unbesetzt lässt und so die ständige Suche des Menschen nach einer letztgültigen Bedeutung visualisiert.