Metaphern aus Papier (2006)
Durch den Akt der darstellenden Faltung - eine Praxis, die sich zwischen mathematischer Präzision und spielerischer Intuition bewegt - verliert das Papier seine Funktion als bloßer Informationsträger und wird selbst zum Bedeutungsträger. Es entstehen Objekte, die als visuelle Metaphern für die menschliche Erfahrung fungieren. Meine Arbeiten nutzten bekannte Formen wie das Papierschiffchen, den Flieger oder das 'Himmel und Hölle'-Spiel nicht als kindliche Referenzen, sondern als mehrschichtige Chiffren der Conditio Humana:
Das Schiffchen thematisiert die fremdbestimmte Reise des Individuums durch die Unwägbarkeiten einer bisweilen verwirrenden Moderne. Im Kontrast dazu markiert der Papierflieger den Versuch, die Schwere der materiellen Welt zu überwinden. Das 'Himmel und Hölle'-Spiel symbolisiert die Dualität menschlicher Entscheidungsfindung und hinterfragt die Dialektik von Zufall und Determination. Die Papierverpackungen dienen als klassische Zeugen einer Konsumkultur. Sie bilden den Kontrast zwischen innerem Wert und der zurückgelassenen, wertlosen Hülle. Die Tragetasche hingegen symbolisiert die Summe unserer Erfahrungen, Werte oder Traumata, die wir von einem Ort zum anderen befördern. Alles, was wir sind, entstammt letztlich dem Kreislauf des Tragens und Loslassens.